Jan Merta: Der Frühling ist gekommen

11. März – 16. April 2011

Galerie 1

Nostalgia IX (Arts Education), 2011,
									32,7 x 27,4 cm - 12.8 x 10.8 in.,
									oil on fibreboard on frame
Nostalgia IX (Arts Education), 2011,
32,7 x 27,4 cm - 12.8 x 10.8 in.,
oil on fibreboard on frame
  • Nostalgia X (Arts Education)
											2011, 32,7 x 27,2 cm - 12.8 x 10.7 in.
											oil on fibreboard on frame
  • Nostalgia V, 2011, 33 x 22 cm - 13 x 8.5 in., oil on fibreboard on frame
  • Gallery I-V, 2010-2011
											4 parts 30 x 35 cm - 12 x 14 in. each
											oil on canvas
  • Gallery I-V (detail, gallery I)
											2010-2011, 4 parts 30 x 35 cm - 12 x 14 in. each
											oil on canvas
  • Gallery I-V (detail, gallery II)
											2010-2011, 4 parts 30 x 35 cm - 12 x 14 in. each
											oil on canvas
  • Gallery I-V (detail, gallery III)
											2010-2011, 4 parts 30 x 35 cm - 12 x 14 in. each
											oil on canvas
  • Gallery I-V (detail, gallery IV)
											2010-2011, 4 parts 30 x 35 cm - 12 x 14 in. each
											oil on canvas
  • The Master of Proportions
											2010-2011, 266,7 x 110,5 x 54,8 cm - 105 x 43.5 x 21.6 in.
											marble, iron, polychrome wood, oil paint
  • At the Threshold of a Career, 2003-2010, 160 x 145 cm - 63 x 57 in., acrylic on canvas
  • Jarní práce II (Spring Work II)
											2007-2009, 250 x 210 cm - 98.5 x 82.5 in.
											acrylic on canvas
  • Vyhorelá abstrakce (Burnt-Out Abstraction)
											2009, 300 x 195 cm - 118 x 78 in.
											acrylic on canvas
  • Nostalgia XI (Arts Education)
											2011, 45 x 25 cm - 17.2 x 9.8 in.
											oil on fibreboard on frame
  • Prislo jaro (Spring Has Come)
											2009, 300 x 195 cm - 118 x 78 in.
											oil on canvas
  • Nostalgia VIII (The glow of victory)
											2011, 30 x 35 cm - 12 x 14 in.
											oil on canvas
  • Nostalgia VI (The Dead Bird)
											2011, 24,6 x 17,1 x 3 cm - 9.7 x 6.7 x 1.2 in.
											oil on wood
  • Nostalgia VII (Dirty Snow), 2011, 35 x 30 cm - 14 x 12 in., oil on canvas
  • Nostalgia IV
											2011, 35,5 x 22cm - 14 x 8.5 in.
											oil on fibreboard on frame
  • Ausstellungsansicht - installation view
  • Ausstellungsansicht - installation view
  • Ausstellungsansicht - installation view
  • Ausstellungsansicht - installation view

Jan Merta (geboren 1952 in Sumperk, Tschechische Republik) gehört in seiner Heimat zu den wichtigsten Malern seiner Generation. Seine Arbeit ist von dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes geprägt. War sein Schaffen vor dem Fall noch von konzeptuellen Strategien geprägt, wird die Arbeit danach bildhafter und farbiger. Seine Werke zeugen von der großen Vielseitigkeit seiner Praxis. Jede visuelle Erfahrung kann Ausgangspunkt für ein Bild werden: Fotos, Filme, Erinnerungen, alltägliche Wahrnehmungen und Impressionen aus der Natur. Diese Eindrücke werden durch zahlreiche Reflexionen und malerische Entscheidungen auf die Ebene eines gesellschaftlich relevanten Bildes erhoben. Obgleich Mertas Bilder malerisch attraktiv sind, lassen sie sich nicht einfach erschließen und sind inhaltlich rätselhaft. Sie erfordern eine intellektuell anspruchsvolle Rezeption und die Zeit, den Inhalt Schicht für Schicht freizulegen.

Das Bild Der Frühling ist gekommen, das der Ausstellung ihren Titel gibt, bezieht sich auf eine Kindheitserinnerung. Es  basiert auf dem Blick des Kindes aus einem Fenster in einen weißen, offenen Raum mit einem undeutlichen Horizont in der Ferne. Für Merta ist es verbunden mit dem physisch-mystischen Erlebnis eines Wohlgefühls und einer Ahnung der sich eröffnenden Möglichkeiten der Zukunft. Die runden Jugendstilverglasungen werden durch Stilisierung und Reduktion zu einem „Mondrian“, die in das Glas gravierte Figur der Primavera wurde während des Malprozesses zu einem Kind in einem Gefährt, das ein Buch in der Hand hält. Das Gemälde zeigt somit die Metamorphose eines intensiven Kindheitserlebnisses in ein Bild voller Anspielungen auf Hoffnungen, Visionen und Optimismus.

Das Bild Burnt-Out Abstraction entstammt einem visuellen Erlebnis auf dem Weg zum Studio. Merta sah eine ausgebrannte Wohnung, die Fenster waren nur noch schwarze Löcher und der Brand hatte schwarze Spuren an den Wänden hinterlassen. Merta setzt hier spielerisch die Wahrnehmung einer ausgebrannten Wohnung zu abstrakter Malerei in Beziehung. Wie in vielen Bildern von Merta gibt es ironische Untertöne als Ausdruck ambivalenter Gefühle und Gedanken.

In Der Frühling II spielt Merta mit einem starken Symbol und Klischee für Arbeit, Erde und Landwirtschaft. Er betont das Heroische, Monumentale und ironisiert gleichzeitig die archetypischen, patriarchalischen und romantischen Konnotationen dieses Motivs. Der Spaten war ein beliebtes Motiv sowohl in der Kunst des Kommunismus, als auch im Faschismus. Doch die Malweise von Merta verleiht dem Motiv eine zarte, fragile Farbigkeit, die eher an einen Gemüsegarten denken lässt als an einen Aufmarsch, und dabei dennoch eine leicht unheimliche Ausstrahlung behält.

Jan Merta studierte an der Kunstakademie in Prag, wo er noch heute lebt und arbeitet. Er wurde in der Tschechischen Republik schon mit mehreren großen Ausstellungen und Retrospektiven geehrt. Die Johnen Galerie freut sich, ihre dritte Einzelausstellung von Jan Merta zu zeigen.