Rafał Bujnowski : Corner

21. Januar – 05. März 2011

Galerie 2

  • Untitled (Landscape 1), 2010
											128 x 245 x 8 cm - 50.5. x 97 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Cyparis, 2010
											53 x 74,5 x 6 cm - 21 x 30 x 2.5 in.
											Lavaasche, Harz - lava ash, resin
  • Untitled (Exit 3), 2010
											189 x 139 x 8 cm - 74.5 x 55 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Untitled (Exit 2), 2010
											189 x 139 x 8 cm - 74.5 x 55 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Untitled (Exit 1), 2010
											189 x 139 x 8 cm - 74.5 x 55 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Untitled (Landscape 2), 2010
											128 x 246 x 8 cm - 50.5. x 97 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Untitled (Landscape 2), 2010
											128 x 246 x 8 cm - 50.5. x 97 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Untitled (Exit 5)
											109 x 109 x 8 cm - 43 x 43 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Untitled (Exit 4), 2010
											114 x 114 x 8 cm - 45 x 45 x 3 in.
											Öl auf Leinwand, hinter Glas, gerahmt - oil on canvas, behind glas, framed
  • Untitled (Corner 3), 2010
											125 x 119 cm - 49 x 47 in.
											Öl auf Leinwand - oil on canvas
  • Untitled (Corner 2), 2010
											128 x 121 cm - 50.5 x 47.5 in.
											Öl auf Leinwand - oil on canvas
  • Untitled (Corner 1), 2010
											130 x 130 cm - 51 x 51 in.
											Öl auf Leinwand - oil on canvas
  • Ausstellungsansicht - installation view
  • Ausstellungsansicht - installation view
  • Ausstellungsansicht - installation view

Die Johnen Galerie freut sich die zweite Solo-Ausstellung mit neuen Arbeiten von Rafal Bujnowski in Berlin zu präsentieren. Seit einigen Jahren arbeitet Bujnowski mit der Farbe lamp black. Diese Farbe ist von intensivstem Schwarz und hochglänzend. Bujnowski trägt die Farbe mit breitem Pinsel auf und erzeugt dabei feine Reliefstrukturen, die das Licht verschieden reflektieren. So werden die Bilder durch das Licht erschaffen, Bujnowski sieht sich dabei nicht als Schöpfer, sondern als ‘Assistent’. In jüngster Zeit kombiniert er diese Bilder mit einer spiegelnden Verglasung, sodass Raum, Licht und Bild miteinander verschmelzen und sich je nach Betrachterstandpunkt verändern.

Die Corner pieces sind in Raumecken installiert und befinden sich auf der Schittstelle zwischen Bild und Skulptur. Sie erforschen neue Möglichkeiten der specific objects, wie sie Donald Judd in seinem Aufsatz von 1965 beschrieben hat.

Gemälde wie Eye Sockets bestehen nur aus verschiedenen grauen und schwarzen Pinselstrichen, die sich als Rohbauten lesen lassen. Bujnowskis Arbeiten weisen immer Nähe zum Alltag auf. Das Bild bleibt als materielles Objekt immer präsent, ob es Alltagsobjekte darstellt oder Licht, Farbe, Pinselstrich und den Raum mit einbezieht. Hausfassaden, Plakatwände, Protesttransparente oder Papstdevotionalien gehören ebenso dazu wie malerische Reproduktionen von Familien- und Zeitungsfotos. Jedoch im Unterschied zu Gerhard Richter ist die Malerei nicht von höchster professioneller Könnerschaft, sondern von kalkulierter Einfachheit.

Das Konzept von Bujnowskis Kunst ist bewusst in der Nähe von Montageanleitungen angesiedelt. Man benötigt scheinbar nur die richtige Farbe, die vorgegebenen Pinsel oder Werkzeuge und ist dann in der Lage, die Werke selbst herzustellen. Waren die Werke früher eher als billige Kunst für den einfachen Haushalt konzipiert, wie in der Serie "Cheap art from Poland", befinden sie sich seit einigen Jahren mehr auf der Schnittstelle zwischen abstrakter Hochkunst und der Realität von Farbe, Material, Licht und Raum. Ganz bewußt setzen sich die Bilder von Bujnowski von allen poetischen, träumerischen, phantastischen und opulenten Aspekten der Malerei ab und beziehen sich auf die sachlichen Untersuchungen der Minimal- und Konzeptkunst.

In der Ausstellung befindet sich auch noch ein Grabstein für Cyparis (1875-1929). Er ist ein Volksheld auf der Karibik-Insel Martinique, seit er als Gefängnisinsasse den Vulkanausbruch von 1902 überlebte, der alle 20 000 Einwohner der Insel das Leben kostete. Der Stein besteht aus dem schwarzen vulkanischen Sand der Insel. Der latent anarchistische Unterton in Bujnowskis Arbeit findet in der Geschichte vom Querulanten, der als einziger überlebt, seine Entsprechung.

Bujnowski wurde 1974 in Krakau geboren. Er studierte 1993 bis 1995 Architektur an der Technischen Universität in Krakau und absolvierte die Fachrichtung Grafik der Krakauer Akademie der Schönen Künste (1996-2000). Gründungsmitglied der Gruppe "Ladnie" (zusammen mit Wilhelm Sasnal und Marcin Maciejowski). Bujnowski lebt und arbeitet heute in Krakau.