Wiebke Siem : hot skillet mama

01. März – 13. April 2013

Galerie 1

Wiebke Siem: "Daddy's gonna tell you no lie", 2013, 263 x 45 x 88 cm - 103.5 x 17.7 x 34.6 in., Holz (Detail) und "Eve", 2013, 223 x 50 x 30 cm - 87.8 x 19.7 x 11.8 in., Metal (Detail). Foto: Stefan Alber
Wiebke Siem: "Daddy's gonna tell you no lie", 2013, 263 x 45 x 88 cm - 103.5 x 17.7 x 34.6 in., Holz (Detail) und "Eve", 2013, 223 x 50 x 30 cm - 87.8 x 19.7 x 11.8 in., Metal (Detail). Foto: Stefan Alber
  • Strange Strings, 2013, 285 x 55 x 117 cm - 112.2 x 21.7 x 46.1 in., Lampenschirmgestell, Metallrohre, Schuhleisten, Acryl
  • Eve, 2013, 223 x 50 x 50 cm - 87.8 x 19.7 x 19.7 in., Lampenschirmgestell, Metallrohre, Schuhleisten, Acryl
  • The Overseer, 2013, 245 x 40 x 55 cm - 96.5 x 15.7 x 21.7 in., Metallvase, Metallrohre, Kartoffelstampfer, Acryl
  • What's That?, 2012, 194 x 45 x 18 cm - 76.4 x 17.7 x 7.1 in., Schneidebrett, Spazierstöcke, Kartoffelstampfer, Acryl
  • Overtones of China, 2012, 216 x 45 x 13 cm - 85 x 17.7 x 5.1 in., Waschbrett, Spazierstöcke, Kartoffelstampfer, Acryl
  • Muck Muck, 2012, 196 x 45 x 37 cm - 77.2 x 17.7 x 14.6 in., Holzschale, Holzlöffel, Wäscheklammern, Kartoffelstampfer, Acryl
  • The ninth Eye, 2012, 196 x 45 x 27 cm - 77.2 x 17.7 x 10.6 in., Bambusschale, Holzkugeln, Schuhleisten, Acryl
  • Brainville, 2013, 240 x 45 x 53 cm - 94.5 x 17.7 x 20.9 in., Metallvase, Metallrohre, Kartoffelstampfer, Acryl
  • Daddy's gonna tell you no lie, 2012, 263 x 45 x 88 cm - 103.5 x 17.7 x 34.6 in., Schneidebrett, Wäscheklammern, Holzlöffel, Kartoffelstampfer, Acryl
  • - , 2012, 226 x 36 x 26 cm - 89 x 14.2 x 10.2 in., Waschbrett, Spazierstöcke, Schuleisten, Acryl
  • Untitled, 1978, 69,5 x 88 cm - 27.1 x 34.6 in., Pastell auf Papier
  • Untitled, 1976, 90 x 55 cm - 35.4 x 21.6 in., Pastell auf Papier
  • Untitled, 1976, 90 x 55 cm - 35.4 x 21.6 in., Pastell auf Papier
  • Untitled, 1975, 63 x 59 cm - 24.8 x 23.2 in., Pastell auf Papier
  • Untitled, 1980-81, 59 x 39,5 cm - 23.2 x 15.3 in., Pastell auf Papier
  • Untitled, 1975-78, 67 x 49,5 cm - 26.3 x 19.2 in., Pastell auf Papier
  • Untitled, 41,5 x 29,5 cm - 16.1 x 11.4 in., Tusche auf Papier
  • Untitled, 1980-81, 41,5 x 29,5 cm - 16.1 x 11.4 in., Tusche auf Papier
  • Untitled, 1980-81, 41,5 x 29,2 cm - 16.1 x 11.4 in., Tusche auf Papier
  • Installationsansicht
  • Installationsansicht
  • Installationsansicht
  • Installationsansicht
  • Installationsansicht
  • Installationsansicht

Die Galerie ist sehr erfreut eine Ausstellung mit neuen Arbeiten von Wiebke Siem zu zeigen. Gleichzeitig wird die erste Einzelausstellung von Jadwiga Maziarska in Deutschland, kuratiert von Barbara Piwowarska, zu sehen sein.
Dieses Jahr wäre Jadwiga Maziarska 100 Jahre alt geworden. Dies ist ein würdiger Anlass, ihr hierzulande noch viel zu wenig bekanntes Werk vorzustellen. Nicht nur die familiären Bezüge zu Polen verbinden Wiebke Siem mit Jadwiga Maziarska. Beide Künstlerinnen verbindet auch eine große Wertschätzung des dunklen, theatralischen und politischen Werkes von Tadeusz Kantor. Bei Maziarska spürt man noch den Optimismus der Moderne, bei Wiebke Siem wird die Moderne bereits kritisch und ironisch hinterfragt. In den 1970er und 80er Jahren überschneidet sich das Schaffen beider Künstlerinnen und führt zu interessanten Gegenüberstellungen.


„Die Arbeiten der Künstlerin Wiebke Siem sind drastisch und komisch, ironisch und feministisch“. (Ingeborg Wiensowski, Der Spiegel)

Die neue Werkgruppe von Wiebke Siem vereint Collage, Skulptur und Zeichnung zu Figuren von höchst ambivalenter Ausstrahlung. Man entdeckt Anspielungen aus dem Bereich der klassischen Moderne, dem Bereich Haushalt und Küche sowie der afrikanischen Skulptur. Ironisch werden die Sphären miteinander verwoben. Es ist kaum noch zu bestimmen, was Ironie, Ernst, Zitat, Hommage, Spiel und von tieferer Bedeutung ist. In den Gespenstern spuken unerlöste Energien, mit welchen der Betrachter konfrontiert wird. Wiebke Siem macht es sich nicht leicht. Sie schickt die Fesseln der Form nicht zum Teufel, sondern dehnt sie, zerschneidet sie, macht sich über sie lustig und respektiert sie zugleich. Brancusi, Giacometti, Max Ernst geistern durch ihre Figurenwelt ebenso wie Wilhelm Busch oder Oskar Panizza. Die Figuren bewegen sich in einer Sphäre jenseits von männlich oder weiblich. Alle Grenzen haben sich aufgelöst. Was bleibt sind Formen und Zitate, die Wiebke Siem nach den klassischen Regeln der Ästhetik neu organisiert.
Mit der schwarzen Lackierung wird das zeichnerische und abstrakte Element betont. So schweben eher Linien im Raum als Materialien. Die Figuren kippen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität hin und her und verstärken auf diese Weise sowohl die formale wie inhaltliche Ambivalenz.

Wiebke Siem (geb. 1954 in Kiel) war von 2002 bis 2008 als Professorin an der Hochschule für Bildene Künste in Hamburg tätig. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a. Neues Museum Nürnberg (2009), Hamburger Kunsthalle (2004), The Henry Moore Institute (Leeds, 2001), Museum für Kunst und Gewerbe (Köln, 2001), Deutsche Guggenheim (Berlin, 1998), Kunsthalle Bern (1997) und Portikus (Frankfurt am Main, 1994).

Wiebke Siem lebt und arbeitet in Berlin.

Zur Ausstellung wird ein Katalog im Verlag für Moderne Kunst in Nürnberg erscheinen.