Liu Ye

18. September – 02. November 2013

Liu Ye: Bauhaus, 2013, 15 x 19 cm - 5.9 x 7.5 in., Acryl auf Leinwand
Liu Ye: Bauhaus, 2013, 15 x 19 cm - 5.9 x 7.5 in., Acryl auf Leinwand
  • Composition with Bamboo No 4, 2011, 50 x 70 cm - 19.7 x 27.6 in., Acryl auf Leinwand
  • Self portrait, 2013, 21 x 14 cm - 8.3 x 5.5 in., Acryl auf Leinwand
  • Bauhaus No 2 - Konemann 2006, 2013, 35 x 27 cm - 13.8 x 10.8 in, Acryl auf Leinwand
  • Colour pencil with Miffy drawing, 2013, 15 x 19 cm - 5.9 x 7.5 in., Acryl auf Leinwand
  • Miffy the Artist, 2013, 25 x 40 cm - 9.8 x 15.8 in., Acryl auf Leinwand
  • Flower Painting No 2, 2011, 60 x 45 cm - 23.6 x 17.7 in., Acryl auf Leinwand
  • Banned Book No 4 - Homage to Balthus, 2013, 25 x 40 cm - 9.8 x 15.8 in., Acryl auf Leinwand
  • Flower Painting No 1, 2011-2012, 140 x 120 cm - 55.1 x 47.2 in., Acryl auf Leinwand
  • Miffy with Mondrian, 2013, 25 x 40 cm - 9.8 x 15.7 in., Acryl auf Leinwand
  • Installationsansicht
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Liu Ye  (geb. 1964 in Bejing) gehört zu den bedeutendsten chinesischen Malern seiner Generation. Im Unterschied zu diesen basieren seine atmosphärischen Bilder hauptsächlich auf der Kenntnis um die Tradition europäischer Malerei von der Romantik über das Biedermeier bis hin zur Moderne. So ist Liu Ye’s Bilderkosmos angefüllt mit Protagonisten der europäischen Kultur- und Stilgeschichte: Hans-Christian Andersen, Piet Mondrian, Balthus und immer wieder mit Miffy, der legendären Bilderbuchfigur, die der Niederländer Dick Bruna 1955 entwarf. Seine Bilder bilden dabei eine einzigartige Synthese aus chinesischer Kultur und europäischer Malerei und es verweben sich Märchen, erotische Phantasien und die Bewunderung der Moderne und des Purismus von Bauhaus und De Stijl. Dabei bleiben seine Bilder und ihr zeitaufwändiger Entstehungsprozess immer zutiefst den kontemplativen Vorstellungen der chinesischen Malerei verbunden. Abstrakte und figürliche Elemente erscheinen nicht mehr als gegensätzliche Pole. Märchenhafte und idyllisch anmutende Darstellungen treffen auf nur scheinbar naive Motive. So liegen in einigen seiner aktuellen Bilder Buntstifte auf Ausmalvorlagen für Kinder. Daraus ergibt sich ein raffiniertes Spiel zwischen einer naiven Vorlage und der subtilen Malerei des Bildes. Und die beiden Bilder der Ausstellung, die der Künstler erstmalig der Stilgeschichte des Bauhaus widmet, oszillieren zwischen monochromer Fläche und plastischem Objekt. Seine Bilder entfalten ihre Kraft und Aktualität immer aus der Spannung vermeintlicher Gegensätze sowie deren Zusammenführung, womit Liu Ye wiederum auf die asiatischen Wurzeln seines künstlerischen Denkens verweist.
 
Die Ausstellung von Liu Ye, der u.a. an der Hochschule der Künste in Berlin und der Rijksakademie in Amsterdam studiert hat, zeigt neue Werke des Künstlers, darunter erstmals auch seine dem Bauhaus gewidmeten Bilder. Liu Ye lebt und arbeitet in Beijing.