Karin Sander

03. Juni – 08. Juli 2016

  • Exhibition Record (Johnen), 2016, chrome pigment prints, card display stands; Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • Exhibition Record (Johnen), 2016, chrome pigment prints, card display stands
  • Exhibition Record (Johnen), 2016, chrome pigment prints, card display stands
  • Exhibition Record (Johnen), 2016, chrome pigment prints, card display stands
  • Exhibition Record (Johnen), 2016, chrome pigment prints, card display stands
  • Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • Floor, 1991/ 2016, wood, concrete
  • installation view

Esther Schipper freut sich, die zweite Einzelausstellung von Karin Sander mit der Galerie zu präsentieren. Anlässlich der Schließung der Räume der Johnen Galerie in der Marienstraße, zeigt die Künstlerin – zusammen mit einem Rückblick auf das Werk Floor aus dem Jahr 1991 – eine neue Arbeit, welche die Ausstellungsgeschichte der Galerie zelebriert. Die Ausstellung wird am 3.Juni eröffnet und läuft bis einschließlich 8. Juli 2016.

Die skulpturale Intervention Floor von Karin Sander wurde erstmals 1991 in New York realisiert. Gregory Volk schrieb damals: „Auf dem Boden der Galerie wird ein zweiter, leicht erhöhter Boden verlegt. (...) Das Bodenstück bedeutet einen subtilen Bruch innerhalb der Galerie. Da es niedrig ist, scheint es zu schweben. Es fordert den Betrachter nicht nur auf, es zu begehen wie jeden anderen Boden, sondern es macht ihn zugleich vorsichtig.“ Besucher werden ermutigt ihre üblichen Erwartungen an einen Galeriebesuch zu überdenken und werden selbst zu Skulpturen, die sich auf einem riesigen Sockel bewegen.

Karin Sander dokumentiert mit rund 250 Fotografien aus dem Archiv die 32-jährige Geschichte der Galerie Johnen+Schöttle und Johnen Galerie und so steht jedes Bild für eine dort stattgefundene Ausstellung. Die Sammlung der Bilder (im Format 13 x 18 cm), in „readymade“ Postkartenständern präsentiert, stellt als Ganzes ein Verzeichnis sämtlicher Ausstellungen der Galerie dar, aller ihrer Künstler sowie der Fotografen, die sie dokumentiert haben – manchmal sind diese identisch.

Analog zu Sanders erster Ausstellung in den Räumen von Esther Schipper im Jahr 2012, die aus einem speziell geknüpften Teppich, mit der Grundrisszeichnung einer der Räume bestand, sowie aus erst kurz vorher eingezogenen Wandelementen, die Sander in die Horizontale legen ließ, lassen sich beide gezeigten Werke als analytische Eingriffe in die Galeriegeschichte verstehen.
Eine weitere Parallele ließe sich zu Sanders Kernbohrungen (Core Drilling) von 2011 ziehen, einer Arbeit, die sie für den n.b.k. in Berlin entwickelte: Für die Dauer ihrer dortigen Einzelausstellung wurden die Papierabfälle aus den Büros des Kunstvereins durch fünf Löcher, die in den Boden der Verwaltungsräume in der oberen Etage anstelle von Papierkörben gebohrt wurden, hindurch geworfen und landeten direkt in den ansonsten leeren Ausstellungsräumen, wo sie eine Art skulpturales Portrait der internen Abläufe des Kunstvereins bildeten.

Die Besucher der Johnen Galerie werden 253 Ausstellungen sehen: eine im hier und jetzt, und nahezu 252, welche in der Vergangenheit stattgefunden haben – viele davon in ebendiesen Räumen, deren Boden nun leicht erhöht ist.

Karin Sander wurde 1957 in Bensberg, Nordrhein-Westphalen geboren. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und am Independent Study Program des Whitney Museums in New York. Von 1999 bis 2007 Professur an der Kunsthochschule Berlin- Weißensee. Seit 2007 hat Karin Sander eine Professur an der ETH Zürich inne.
Die Künstlerin hat zahlreiche Preise erhalten, unter anderem den Villa-Romana-Preis, Florenz (1993), Stipendium der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart (1993 – 1995), Rubens-Förderpreis der Stadt Siegen (1994), Cité Internationale des Arts, Paris (1996), Hans-Thoma-Preis, Großer Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg (2011), und den Rom-Preis der Deutschen Akademie in Rom, Villa Massimo, Rom (2014).

Auswahl von Einzelausstellunge: Karin Sander, Kunsthalle Marcel Duchamp, Cully, Switzerland (2016); Karin Sander, Tongewölbe T25, Ingolstadt (2015); Identities on Display, Humboldt Lab Dahlem, Berlin (2013); Museumsbesucher 1:8, Lehmbruckmuseum, Duisburg (2013); Kernbohrungen, NBK, Berlin (2011); Gebrauchsbilder und Andere, Kunstmuseum St. Gallen (2010); Labor, K20 Kunstsammlung NRW, Düsseldorf (2010); Zeigen. Eine Audio-Tour durch Berlin, Temporäre Kunsthalle, Berlin (2009); Staatsgalerie Stuttgart (2002); Kunstmuseum St. Gallen (1996) und Projects 46, The Museum of Modern Art, New York (1994).

Auswahl von Gruppenausstellungen: BRD, Fahrbereitschaft - Haubrok Foundation, Berlin (2016); The Distance of a Day: Connections and Disconnections in Contemporary Art, The Israel Museum, Jerusalem (2016), Human Scale, National Gallery of Canada - Musée des beaux-arts du Canada, Ottawa (2016), Künstlerräume, Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart (2015); Prinzip Labor, Probebühne 7, Humboldt Lab Dahlem, Berlin (2015); Waywords of Seeing, Le Plateau, FRAC Ile de France, Paris (2014); When Now is Minimal, Museion, Bolzano (2014); Datascape. What You See is Not What You Get, Laboral, Centro de Arte y Creación Industrial, Gijón (2014); Lens-Based Sculpture: The Transformation of Sculpture through Photography, Akademie der Künste, Berlin (2014); 1980–NOW, The Museum of Modern Art, New York (2012); Contemplating the Void. Interventions in the Guggenheim Museum’s Rotunda, Solomon R. Guggenheim Museum, New York (2010).

Sander’s Arbeiten sind unter anderem Teil der Sammlung folgender Museen: The Museum of Modern Art, New York; The Metropolitan Museum, New York; SFMOMA, San Francisco; The Israel Museum, Jerusalem, Kunstmuseum Bonn, Staatsgalerie Stuttgart; Kunstmuseum Stuttgart; National Museum, Osaka; Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg; Sprengel Museum, Hannover; Muzeum Artystów, Łódź; Kunstmuseum St. Gallen; Hirshhorn Museum, Washington D.C.; Daimler AG Stuttgart, Deutsche Bank Frankfurt am Main und UBS AG München/Zürich.

Für weitere Informationen besuchen Sie Esther Schipper