Victor Man: Vestigial specialization on its way out

02. Juni – 07. Juli 2007

  • Vestigial specialization on its way out, 2007, Ofenkachel, Heizvorrichtung, Geweih - stove tile, heating device, horn.  Ofenkachel: 24 x 38 cm; Geweih: 13 x 9 x 13 cm - stove tile: 9.4 x 13 in.; heating device, horn: 5,2 x 3,5 , 5,2 in..
  • Vestigial specialization on its way out, 2007, Ofenkachel, Heizvorrichtung, Geweih - stove tile, heating device, horn.  Ofenkachel: 24 x 38 cm; Geweih: 13 x 9 x 13 cm - stove tile: 9.4 x 13 in.; heating device, horn: 5,2 x 3,5 , 5,2 in..
  • Ausstellungsansicht - installation view
  • Ausstellungsansicht - installation view
  • Untitled (Making of a cross), 2007, Keramik mit eingebranntem Motiv - ceramic with a stoved motif. 3-teilig, je 12 x 20 cm - 3 parts, each 4.7 x 7.9 in..Edition 3 von 3. Edition 2 + !AP

Die Johnen Galerie stellt den jungen rumänischen Künstler Victor Man (geboren 1974) mit einer Einzelausstellung erstmals in Berlin vor. Victor Man gehört zusammen mit Dan Perjovschi und Mircea Cantor zu einer Gruppe junger Künstler aus Rumänien, die international bereits viel Beachtung finden. Im rumänischen Cluj-Napoca geboren, und aufgewachsen im kommunistischen System, hat Victor Man den zunehmenden Verfall und schließlich die Auflösung dieser Gesellschaftsordnung miterlebt. Mans künstlerische Arbeit ist geprägt vom Spannungsverhältnis zwischen dem osteuropäischen Arbeitsalltag im Atelier in seiner rumänischen Heimatstadt und dem Anschluss an westliche Einflüsse aus Reisen und Studienaufenthalte unter anderem in Israel.

Die Arbeiten Victor Mans lassen sich nie vollkommen entschlüsseln, sie erschließen sich vielmehr intuitiv, über den von ihnen provozierten Wunsch, Mans Andeutungen zu verstehen. Die im Zentrum seiner Arbeit stehenden Motive wählt Man auf Grund einer bestimmten Signifikanz. Deren repräsentatives Potential legt Man frei, indem er seine Vorlagen von ihrem Kontext befreit. Mans Arbeiten vermitteln das Gefühle von etwas, das wir erkennen sollten, seine Installationen erscheinen wie Orte, an denen Hinweise verborgen liegen. Man reduziert seine Motive präzise auf eine allgemeinere Gültigkeit und schafft damit eine Verbindung zwischen der persönlichen visuellen Logik, dem individuellen Erfahrungshorizont des Betrachters und einem kollektiven Bilderfundus.

In der Johnen Galerie zeigt Victor Man eine neue Installation. In eine Wand der Galerie ist eine Ofen-Kachel mit dem Motiv eines springenden Hirsches eingelassen, an einer anderen hängt ein kleines Geweih. Der Künstler zeigt die Kachel als Referenz an die Wohnviertel seiner Heimatstadt, die in den 80er Jahren abgerissen und durch Neubausiedlungen ersetzt wurden.

So verbinden sich gesellschaftlicher Umbruch, persönliche Erinnerungen und aktuelle Reflexion in diesem Bild, das als isoliertes Fragment in der Galerie erscheint. Die Kachel ist warm und verleiht dem Ofen und dem abgerissenen Viertel eine sehr zarte Präsenz, im Kontrast zur unpersönlichen, kühlen Atmosphäre des Galerieraums. Das unerwartete Zusammenspiel der Objekte, der Berührung und abgegebenen Wärme erweckt eine Erinnerung. Die Vergangenheit berührt über die Wärme direkt den Körper des Betrachters und somit bildet die Wärme eine reale, physisch erlebbare Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Zum Werk von Victor Man liegt eine aktuelle Publikation mit einem Text von Barry Schwabsky vor. Er ist zum wiederholten Mal Teilnehmer der derzeit wieder laufenden Prag Biennale, und wird ab 10. Juni 2007 im Rumänischen Pavillon auf der 52. Biennale in Venedig ausstellen.