Roger Ballen : Boarding House

07. Februar – 21. März 2009

  • Fragments, 1999, S/W Fotografie - black & white photograph.  50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Pathos, 1999, S/W Fotografie - black & white photograph. MATT.  50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Apprehended, 1999, Silver gelatine print, gerahmt (framed)
											exhibition print.  50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Boarding House, 1999, S/W Fotografie, gerahmt - b/w photography, framed. 80 x 80 cm - 31.4 x 31.4 in..
  • Celebration, 1999, Silver gelatine print, gerahmt - framed, exhibition print. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Culmination, 1999, Silver gelatine print, gerahmt - framed, grey MATT. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Cut Loose, 1999, Silver gelatine print, ungerahmt - unframed, MATT. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Effigy, 1999, Silver gelatine print, ungerahmt - unframed
											MATT. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Exhaustion, 1999, Silver gelatine print, ungerahmt - unframed,
											MATT. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Mimicry, 1999, Silver gelatine print, gerahmt - framed, grey
											MATT. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Scavenging, 1999, S/W Fotografie, gerahmt - b/w photography, framed. 80 x 80 cm - 31.4 x 31.4 in..
  • Three Hands, 1999, Silberdruck, grau gerahmt - Silver gelatine print, grey framed. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Stalked, 1999, Silberdruck, grau gerahmt - Silver gelatine print, grey frame MATT. 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in.. Edition 10
  • Chuckles, 2007, 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in..
  • Eulogy, 2007, 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in..
  • Predators, 2007, 50 x 50 cm - 19.7 x 19.7 in..

„Es ist schwierig, diesen Ort zu erklären, außer vielleicht so, dass ich glaube,

er existiert auf irgendeine Weise in den Köpfen der meisten Menschen.“
Roger Ballen

Roger Ballens Fotografien sind wie Bilder eines Wachtraums: fesselnd und Gedanken anstoßend, voller Schichten reichhaltiger Details, aufblitzendem schwarzen Humor, eine veränderte Sicht auf die Umgebung bietend. An der Grenze zwischen dokumentarischer Fotografie und autonomer Kunst, ist Ballens Arbeit sowohl eine eindrucksvolle gesellschaftliche Aussage als auch eine komplexe psychologische Studie.

Parallel zur Ausstellung in der Johnen Galerie Berlin veröffentlicht Phaidon Press Roger Ballens Boarding House, eine neue Sammlung von Fotografien des Fotografen. Das Buch präsentiert über 70 schwarz-weiß Bilder (die meisten davon bisher unveröffentlicht) und ist damit Ballens bis heute formal anspruchsvollstes Werk. Ein einleitender Essay des Fotografiekurators David Travis stellt die Bilder in den weiteren Kontext von Ballens künstlerischer Entwicklung.

Boarding House ist ein Ort des vorübergehenden Aufenthalts, des Kommens und Gehens, ein Ort des Schutzes für Menschen, den sie für ihr unmittelbares Überleben in Anspruch nehmen. Dieser Rahmen, einfach und fundamental, ist ausgestattet mit Objekten, die für eine elementare Existenz notwendig sind, dekoriert mit Zeichnungen, die vielfältige Vorstellungen heraufbeschwören, bevölkert von Menschen und Tieren. Überreste fungieren dort als materielle Symbole für Ereignisse, die an dem Ort geschehen sind; zerbrochene Teile einer funktionalen Realität existieren als Reste von Szenen, die sich dort einmal abgespielt haben. Die veränderte Ortswahrnehmung dieser temporären Bleibe ruft ein Gefühl der Verfremdung hervor, das wiederum als Absprungpunkt einer Fantasie dient, der freien Lauf gelassen wird. Im Ganzen werden die Bilder, im Hinblick auf frühere Arbeiten Ballens, von einer stärkeren Betonung auf gezeichnete und skulpturale Elemente geprägt, außerdem ist das Gefühl der Zusammenarbeit vom Künstler und seinem Modell mit zunehmendem Maße von Bedeutung.

Ähnlich wie bei seinen von der Kritik gefeierten Werken Outland und Shadow Chamber, ist Boarding House eine Entdeckungsreise, auf der wir unser alltägliches Selbst zurücklassen und mit einem primitiven Teil der menschlichen Beschaffenheit und ihrer Seele konfrontiert werden. Ob dieser Ort wirklich oder erfunden ist, lässt sich nicht erkennen und bleibt letztlich unwichtig. Es ist vielmehr ein Ort, den Ballens Unterbewusstsein und die Befangenheit des Betrachters mit seinem bzw. ihrem eigenen Universum besetzen können.

Roger Ballen wurde 1950 in New York geboren. Seit 1982 lebt und fotografiert er in Südafrika. 2001 erhielt Outland (Phaidon, 2001) den Preis für den besten Fotoband des Jahres auf der PhotoEspaña. 2002 wurde Ballen zum Fotografen des Jahres bei der erstmaligen Verleihung des Recontres d'Arles-Preises gekürt. Im selben Jahr hatte er Einzelausstellungen im Museum of Contemporary Art in San Diego und in der Gagosian Gallery in Los Angeles. 2005 erschien sein Bildband Shadow Chamber (Phaidon). 2006 nahm Ballen an der 4. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst teil. Seine Arbeiten sind in vielen Museen vertreten, unter anderem im Stedelijk Museum in Amsterdam, La Maison Européenne de la Photographie in Paris und im Museum of Modern Art in New York.