Anri Sala : Answer Me

28. März – 04. April 2011

  • Answer Me, 2008, HD Video, color, stereo.  4’50’’. Edition 5/6 + 3AP
  • Answer Me, 2008, HD Video, color, stereo.  4’50’’. Edition 5/6 + 3AP
  • Answer Me, 2008, HD Video, color, stereo.  4’50’’. Edition 5/6 + 3AP
  • Answer Me, 2008, HD Video, color, stereo.  4’50’’. Edition 5/6 + 3AP
  • Answer Me, 2008, HD Video, color, stereo.  4’50’’. Edition 5/6 + 3AP

Answer Me (2008) wurde in der verlassenen geodätischen Kuppel einer Mitte der Fünfziger Jahre in Berlin als Teil des während des Kalten Kriegs geheimdienstlich genutzten globalen Echelon-Abhör-Netzwerks der NSA (National Security Agency) gebauten Abhörstation gedreht. Die Kuppel befindet sich auf dem Teufelsberg, einem Hügel, der nach dem Krieg in Berlin aus Schutt aufgehäuft wurde und unter dem ein von Albert Speer entworfenes Gebäude begraben ist.

Auf der Grundlage eines Dialogs von Michelangelo Antonioni über das Ende einer Paarbeziehung, wo er „nicht ihre Unterhaltung filmen wollte, sondern ihr Schweigen, ihre stummen Worte. Schweigen als eine negative Dimension der Rede“, wird Answer Me in der außergewöhnlichen Akustik der geodätischen Kuppel zu einer lauten Stille von stumm machenden Dezibeln. Das Drama gerät unter den Einfluss des Gebäudes, der architektonische Strudel wirbelt die Erzählung umher.

Während die Frau versucht, die Beziehung zu beenden, weigert sich ihr Begleiter, zuzuhören und spielt wild Trommel, so dass ihre Stimme ihn nicht erreichen kann. Gelegentlich hört man ihre Stimme, manchmal sieht man sie nur die Lippen bewegen und ihre Stimme wird von seinem Trommeln übertönt. Neben ihr vibriert das Fell einer unbesetzten Trommel und reagiert auf die Frequenzen des Trommelns. Verstärkt durch die Kuppel schaffen diese Frequenzen nicht nur ein hörbares, sondern auch sichtbares Echo, indem sie die Trommelschlägel zum Tanzen bringen.

In der Ausstellung spielt eine Schnarrtrommel mit eingebautem Lautsprecher zum Soundtrack des Films, der neu in unhörbaren Frequenzen gemischt ist, was dieses Moment der Verzögerung und Verstärkung unterstreicht. Die Trommelschlägel reagieren auf diese Frequenzen und spielen zum Film. Das hörbare Echo im ursprünglichen Zusammenhang wird in der Ausstellung zu einem visuellen Nachhall.