Michał Budny:Silence

10. März – 14. April 2007

  • Stille, 2007, Pappe, Holz - cardboard, wood. 140 x 1043 x 519 cm - 55 x 410.5 x 204 in..
  • Stille, 2007, Pappe, Holz - cardboard, wood. 140 x 1043 x 519 cm - 55 x 410.5 x 204 in..
  • Stille, 2007, Pappe, Holz - cardboard, wood. 140 x 1043 x 519 cm - 55 x 410.5 x 204 in..
  • Stille, 2007, Pappe, Holz - cardboard, wood. 140 x 1043 x 519 cm - 55 x 410.5 x 204 in..
  • Stille, 2007, Pappe, Holz - cardboard, wood. 140 x 1043 x 519 cm - 55 x 410.5 x 204 in..
  • Stille, 2007, Pappe, Holz - cardboard, wood. 140 x 1043 x 519 cm - 55 x 410.5 x 204 in..

Michał Budny wurde 1976 in Leszno, Polen geboren, er lebt und arbeitet in Warschau. Budnys künstlerische Strategie basiert auf Rekonstruktionen. Er beginnt mit Gegenständen seines Alltags, die er nachbaut. So wiederholen seine Arbeiten Formen, die auch dem Betrachter vertraut sind. Meist arbeitet der Künstler mit Karton und Klebstoff. Das Material ist nicht nur unprätentiös, es ist leicht zu bearbeiten und ermöglicht eine präzise Formgebung. Vor allem aber bietet es eine vergleichsweise neutrale Oberfläche. So rückt die dreidimensionale Form, insbesondere deren äußerste Schicht in den Vordergrund.

Budny bedient sich der klassischen Modellbautechnik. Bei genauer Betrachtung kehrt Budny den Modellbau jedoch um. Nicht das Ziel, der nachzuempfindenden Gestalt möglichst nahe zu kommen, bestimmt die Mittel. Budny wählt die Ausdrucksform als Teil des Inhalts, wegen ihrer Auswirkung auf die Aussage. Ein herkömmliches Modell formuliert in der Regel, als eine Versuchsanordnung, einen Vorschlag, der zur Realisierung führen soll. Budny hingegen führt bereits bestehende Erscheinungen zurück in eine Art Testzustand. In diesem Sinne führt er seine Arbeiten eigentlich nicht in der Modellbautechnik aus, sondern er imitiert bzw. abstrahiert diese Kunstform zu einer völlig eigenständigen Sprache.

Budnys bildhauerische Sprache beinhaltet Abstraktion in mehrfacher Hinsicht. Indem diese sich technisch gekonnt zwischen Zitat, Anlehnung und Abwandlung bewegt, gewinnen Budnys Objekte fast spielerisch eine über sich selbst hinausweisende Komponente. Es scheint, als bildeten seine Nachbauten die Labilität auch der Originale ab, als empfände der Künstler letztlich Phänomene nach, die keine feste Form haben. Budny lotet das Potential der skulpturalen Sprache aus, über materialisierte Formen Gefühle und Zustände auszudrücken. Hierzu findet Budny mit der für den Ausstellungsraum der Johnen Galerie konzipierten Installation „Stille“ eine beeindruckende Form. Ein riesiger, geschlossener Kubus aus Pappe mit den Abmessungen von ca. 6 x 12 x 2 Metern füllt den gesamten Galerieraum. Mit geringem Abstand zu den Wänden „schwebt“ er, unsichtbar getragen, in einer Höhe von ca. 1,50 Metern über dem Boden im Raum, geräuschlos, wie die Manifestation eines Gedankens.