Martin Creed : Work No. 547

28. April – 27. Mai 2006

  • Martin Creed, Work N° 547, (Macus being sick), 2006, single channel video instillation 35 mm film transferred to DVD. Edition of 1 + 1 A.P. Duration: 47 sec. Edition 1 + 1 AP
  • Martin Creed, Work N° 547, (Macus being sick), 2006, single channel video instillation 35 mm film transferred to DVD. Edition of 1 + 1 A.P. Duration: 47 sec. Edition 1 + 1 AP

Martin Creed

In seinem Werk treibt der 1968 in Wakefield, Großbritannien geborenen, in London und Alicudi, Italien, lebende Martin Creed den in den 60er und 70er Jahren geprägten Begriff des Minimalismus auf die Spitze. Mit systematisch reduzierten Gesten und dem Verzicht auf alles, was nach Kunst aussieht, sucht er die Dinge zu vereinfachen. Seine Arbeiten folgen einfachen Grundideen, simplen konzeptuellen Strukturen und klaren Installationsanweisungen. Die Reaktion des Betrachters ist wesentlicher Bestandteil Martin Creeds Arbeit und setzt somit den Duchamp’schen Ansatz des erst in der Rezeption geschaffenen Kunstwerkes fort. Die Einfachheit der Arbeiten schärft unser Bewusstsein für die Komplexität der gedanklichen Prozesse, die an deren Rezeption, an einer Raumerfahrung oder daran, wie wir Objekten begegnen und diese benutzen, beteiligt sind. Ganz in dieser Tradition steht auch Creeds jüngste Videoinstallation ‚being sick’. Der Film zeigen im Endlos-loop das Kotzen als ideale Geste, ein Gefühl möglichst unmittelbar auszudrücken.

Mathew Weir

Die farbenfrohen, kleinformatigen Leinwände des 1977 geborenen, in London lebenden Malers Mathew Weirs zeigen reich kostümierte Wesen in historischer Tracht, die einer anderen Zeit zu entstammen scheinen. Weir beherrscht den spielerischen Bezug auf historische Symbole und die geschickte Überlagerung seiner Motive mit kunsthistorischen Anspielungen. Die harmlosen, einnehmenden Bilder von Porzellanfiguren ändern auf den zweiten Blick deutlich ihr Motiv. Die vordergründige dekorative Gefälligkeit heiterer Genreszenen weicht bei näherem Betrachten einer beunruhigenden, abgründigen Vieldeutigkeit. Die Figuren mit ihren groben, wie auf die Schnelle aus dem Ton gedrückten Gesichtszügen und Leibern graben sich in unser Gedächtnis ein und mutieren dort zu grotesken Vogelscheuchen, zu bemitleidenswertem, verlassenem Trödel. In mehrdeutigen Anspielungen auf heutige kulturelle Ideale und Ängste werden Fragen von Rassismus und Ausbeutung gestreift, wobei Weir sich beziehungsreich und geschickt einer eindeutigen Aussage enthält und einer klaren Zuordnung entzieht.