Raimer Jochims

02. März – 14. April 2012

Noah III, 1999-2003, 105 x 84 cm - 41.3 x 33.1 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
Noah III, 1999-2003, 105 x 84 cm - 41.3 x 33.1 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
  • <i>beide</i>, 1973, 60 x 60 cm - 23.6 x 23.6 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
  • <i>Es</i>, 1974, 27 x 27 cm - 10.6 x 10.6 in., Öl auf Karton auf Holz - Oil on cardboard on wood
  • <i>Es</i>, 1974, 18 x 18 cm - 7.1 x 7.1 in., Öl auf Karton auf Holz - Oil on cardboard on wood
  • <i>Es</i>, 1974, 12 x 12 cm - 4.7 x 4.7 in., Öl auf Karton auf Holz - Oil on cardboard on wood
  • <i>Licht</i>, 1974-1979, 24 x 24 x 24 cm - 9.4 x 9.4 x 9.4 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
  • <i>Limoges</i>, 2011, 43,5 x 51 cm - 17.1 x 20.1 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
  • <i>Sevilla II</i>, 2005-2006, 96 x 72 cm - 37.8 x 28.3 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
  • <i>Arabic III</i>, 2010, 84 x 60 cm - 33 x 23.6 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
  • <i>Segesta II</i>, 2004, 114 x 111 cm - 44.9 x 43.7 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
  • <i>Constable II</i>, 1999-2000, 54 x 97 cm - 21.3 x 38.2 in., Acryl auf Spanplatte - Acrylic on chipboard
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Raimer Jochims (geb. 1935 in Kiel) entwickelt seit 1961 seine Identitätskonzeption. Seit den 1960er Jahren gehört er zu den bedeutendsten Vertretern der abstrakten Malerei in Deutschland. Viel Beachtung fanden seine Verlaufsbilder, die schwarzen Bilder und Objekte in den 1960er und frühen 1970er Jahren. Trotz seiner Bezüge zu damals aktuellen Strömungen wie Monochrome Malerei und Op Art legte Jochims immer großen Wert darauf, dass seine Werke nicht Teil einer Bewegung oder Mode, sondern Teil des Lebens sein sollten. Das führte ihn ab 1973 zu den organischen Bildern aus gebrochenen Spanplatten und den Steinobjekten. Unbeirrt hat der Künstler dieses Konzept seither konsequent verfolgt, auch wenn er immer mehr in Diskrepanz zu den Trends der Zeit geriet. Es bietet sich an, in Zeiten von ökonomischen, ökologischen und weltanschaulichen Krisen einen neuen Blick auf sein Werk zu werfen, da es bis heute an Relevanz nichts eingebüßt hat.



„In meiner Arbeit drückt sich ein neues Lebensgefühl aus: das Ende der Überfluss- und Verschwendungsgesellschaft und das Ende der Illusionen des ‚Fortschritts’. Daran wird man nicht gerne erinnert. 
Stattdessen: Armut, Sparsamkeit, Einfachheit, Genauigkeit der Mittel, Rückbindung der Vernunft an Gefühl, Körper, Geist. Verantwortung und Wertbewusstsein. Stärkung von Instinkt und Natürlichkeit ohne Flucht in vorindustrielles Bewusstsein.“ 25.2.78 (S. 30)



„Mit der weltweiten Durchsetzung der Moderne und der Ausbildung der neuen Tradition der Freiheit des Ausdrucks und der Form haben Avantgardismus und Provokation ihre gesellschaftliche Funktion verloren. Alles ist integriert in Systemen, entschärft und fast folgenlos. Die einzige Herausforderung, die noch nicht abgeschliffen ist, ist die ethische.“ 8.8.89 (S. 90)



Zitiert aus: Stefan Majetschak: Raimer Jochims: Farbe sehen. Arbeitsnotizen 1973 – 1994. 1. Aufl., Düsseldorf; Bonn, Parerga 1998.



Raimer Jochims studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Archäologie in München und promovierte 1968 über Konrad Fiedler. Er hatte seit 1967 Lehrtätigkeiten an der Kunstakademie Karlsruhe und der Kunstakademie München inne. Von 1971 bis 1997 war er Professor und Direktor für Freie Malerei und Kunsttheorie an der Städelschule in Frankfurt am Main.